Kasper König ist der bekannteste Ausstellungsmacher des Landes. Der langjährige Direktor des berühmten (Kunst)Museums Ludwig muss sich derzeit Rassismusvorwürfen erwehren. Nachdem er bei seinem Talk “König&” auf der Bühne der Münchner Kammerspiele unter anderem mit der Künstlerin Cana Bilir-Meier über deren Kunst diskutiert hatte, tauchten im Internet Vorwürfe auf. Die Künstlerin bezichtigte ihn “toxischer Männlichkeit” und sprach vom “Rassismus der Obrschicht”. Im Laufe des Abends hatte Kasper König von “Typen” gesprochen, die mit ihren “matt lackierten Autos” durch Kreuzberg führen und “Arschlöcher” seien. Manche wollen “Türken” statt “Typen” verstanden haben und sprechen nun von einer Beleidigung der türkischen Community. Auf Facebook tobt ein wilder Shitstorm gegen Kasper König, der “nichts von Kunst verstehe”, “rassistischer Abschaum” sei und “schlimmer als die AFD” rede. Es wurde dazu aufgerufen, eine seiner Veranstaltungen zu stürmen und die Künstlerin riet den Münchner Kammerspielen künftige Veranstaltungen des bekannten Kurators gleich ganz zu verbieten. Ein weiterer Aufruf spricht davon, dass Rassismus und Diskriminierung an der Tagesordnung seien. Wir haben mit Kasper König gesprochen. Künstlerin Cana Bilir-Meier wollte uns kein Interview geben. Zudem waren wir bei einer “antirassistischen” Kuratorin, einer Senatsstelle, die für Diversität in der Kunst- und Kulturwelt sorgen will und einem Hamburger Publizisten, der seit Jahren Antirassismus und politische Kunst unter die Lupe nimmt. Der Film über Kasper König und den Rassismus kommt am Freitag Abend um 19.20 Uhr auf 3SAT in der Kulturzeit.