“In Gott vertrauen wir, alle anderen hören wir ab!”, das war der Spruch amerikanischer Geheimdienstmitarbeiter auf der Field Station Teufelsberg in Berlin. So erzählt uns einer, der in den 70er auf dem Teufelsberg für die Amerikaner gearbeitet hat. Und meint, dass das Denken wohl immer noch so sei. Es ist ruhig in Deutschland geworden um die Enthüllungen des Edward Snowden. Die SPD, die in der Opposition Aufklärung forderte, sitzt nun mit in der Regierung und scheint zum Alltag übergegangen zu sein. Auch das groß angekündigte No-Spy-Abkommen mit den USA gibt es immer noch nicht. So wird immer wahrscheinlicher, dass es der NSA-Affäre geht wie vielen Abhöraffären zuvor. Sie wird vergessen werden. Dass die Snowden-Enthüllungen und die amerikanischen Schnüffeleien nicht einmalig sind, sondern in einer langen Tradition stehen, das zeigt demnächst unser Film “Land unter Kontrolle”, den wir gerade für die Sender 3SAT und zdf.info produzieren und der Ende Januar im Fernsehen ausgestrahlt wird. Eines der Kapitel darin handelt von der amerikanisch-britischen Abhörstation auf dem Berliner Teufelsberg und einem Spion, den der DDR-Auslandsgeheimdienst darin hatte. Der schmuggelte aus der NSA Akten hinaus, die hätten beweisen können, dass die Bundesrepublik schon viele Jahrzehnte im Blickfeld amerikanischer Spione stand. Aber die Akten verschwanden nach der Wende. Am Verschwinden beteiligt der derzeitige Bundespräsident Joachim Gauck und ein späterer Chef des Bundesnachrichtendienstes. Schon am Donnerstag, den 09. Januar zeigt die KULTURZEIT auf 3SAT um 19.20 Uhr dieses Kapitel deutsch-amerikanischer Abhörgeschichte.
