Unser Reportage vom Rittergut in Schnellroda für die KULTURZEIT hat für sehr viel Resonanz und Diskussionen gesorgt. Nicht nur in Emails, die uns und den Sender erreicht haben, sondern auch auf den Seiten der Zeitschrift “Sezession” aus dem Hause Kubitschek, auf Twitter und Youtube. Überwiegend wird gelobt, dass unser Film “ohne Schaum vor dem Mund” über die Neuen Rechten berichtet hat, was so keine Selbstverständlichkeit zu sein scheint. Wir meinen, dass guter Journalismus im klassischen Sinne berichten muss. Der Zuschauer soll einen Ausschnitt Leben mit bekommen, erfahren wie der Andere denkt und was er will. Und das nicht nur über Menschen, deren Einstellungen er sowieso schon teilt oder wie vielleicht die Mehrheit einer Redaktion oder der Journalist selbst denken. Uns wurde vorgeworfen, die Bilder im Film seien “zu schön” gewesen. Muss man von Menschen, die rechts denken, schlechte Bilder machen? Nein, das muss man nicht. Es gibt unter den “Kommentatoren” in den “sozialen” Medien auch jene, die vom Bild einer angeblichen Lügenpresse bereits überzeugt sind, bevor sie überhaupt einen Artikel gelesen oder einen Film geschaut haben. Manche erwarteten, unser Film würde dazu da sein, zu hetzen und zu verdammen. Es muss für Menschen mit solchen Denkmustern bitter sein, sich nicht bestätigt fühlen zu können. In ihren Kommentaren sieht man dann, dass sie unseren Film gänzlich ausblenden und weiterhin von Hetze und Lüge sprechen, die es bei uns aber gar nicht gibt. Oder sie vermuten hinter Details der Reportage Manipulationen – so beispielsweise, dass wir die Radiomeldung vom blockierten Flüchtlingsheim nachträglich unter die Bilder von Frau Kositza vor dem Radio in der Küche gelegt hätten. Nein, haben wir nicht. Es waren die Mittagsnachrichten des Deutschlandfunks von diesem Tag. Den hört Frau Kositza nämlich täglich. Die Meldungen beschäftigten sich zum großen Teil mit den Vorfällen in Clausnitz vor dem Flüchtlingsheim, der Situation an den Grenzen und die Debatten darüber. Auch wurde kritisiert, dass wir die Redeausschnitte von Götz Kubitschek schwarz-weiß eingefärbt hätten. Das sei manipulativ. Was diesen “Kritikern” wohl nicht aufgefallen ist, dass die Ausschnitte aus einem Youtube-Film stammen, die dem neurechten Verleger nahestehende Filmer gemacht haben. Was die sich bei dem Ändern der Farbe gedacht haben, das müsste man sie und nicht uns fragen. Generell gilt für unsere Arbeit: Die Realität ist hart genug, sie muss überhaupt nicht manipuliert, sondern nur als das dargestellt werden, was sie ist. Unser Film ist jetzt in unserer Rubrik “Filme” online.
