Solch eine Aufrüstung hat es in der Bundesrepublik noch nicht gegeben. Es ist Krieg in Europa. Bundeskanzler Olaf Scholz spricht von einer Zeitenwende. Vorbei an den Grünen hat er 100 Milliarden Euro für neue Waffen und eine bessere Ausstattung der Bundeswehr verkündet. Auch soll nun das von NATO und USA viele Jahre geforderte 2 Prozent – Ziel für die Verteidigung umgesetzt werden. Mit dabei werden neue Flugzeuge für die us-amerikanischen Atombomben im rheinland-pfälzischen Büchel sein. Nukleare Teilhabe nennt man das. Die Bundeswehr soll zu einer “modernen und einsatzfähigen” Armee werden. Doch es regt sich Widerstand an der Basis von SPD und Grünen. Wir sprechen mit dem Militärhistoriker Sönke Neitzel. Er sagt, dass Deutschland endlich ein anderes Verhältnis zum Militär finden muss. Soldaten wären im öffentlichen Bild eher Sozialarbeiter und Katastrophenhelfer gewesen. Nun aber gehe es um eine Armee und ihren Verteidigungsauftrag. Wie hat er die letzten Jahre erlebt? Das fragen wir den ehemaligen Berufssoldaten Wolf Greigis, der sagt, dass der Gesellschaft die Bundeswehr doch all die Jahre eher egal gewesen sei. Nun müsse sich die Öffentlichkeit positionieren. Dass dafür aber jetzt 100 Milliarden Euro in die Hand genommen werden sollen, das lehnen die grünen Friedensaktivisten in Büchel ab. Sie erwarten von ihrer Partei, dem nicht zuzustimmen und wollen nun eine Urabstimmung. Auch die Linken in der SPD gehen auf die Barrikaden und fordern Verständigung und Diplomatie statt Aufrüstung. Unser Film zur aktuellen Debatte am 16. März um 19.20 Uhr auf 3SAT in der KULTURZEIT.