Sie war das Gesicht der „Letzten Generation“: Carla Hinrichs, Klimaaktivistin, Jurastudentin – und für viele eine Symbolfigur radikalen Protests. Straßenblockaden, Festkleben mit Sekundenkleber, Polizeieinsätze, Hausdurchsuchung. Für die einen notwendiger Widerstand, für die anderen kriminelle Grenzüberschreitung.
In ihrem jetzt erscheinenden Buch „Meine verletzte Generation – wie der Staat uns alle verrät“ hat Carla Hinrichs ihre Geschichte aufgeschrieben: den Weg aus dem Hörsaal auf die Straße, die erste Blockade, das Leben im permanenten Ausnahmezustand – und die Konfrontation mit einem Staat, der sie nun wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung nach Paragraph 129 anklagt. In München könnte in Kürze ein Prozess gegen sie und weitere Mitstreiter beginnen.
Unser Film folgt dieser persönlichen Chronik und begleitet Hinrichs zwischen Gerichtspost und Familiengespräch. Wir treffen den ehemaligen Bundesrichter Thomas Fischer, der betont, dass auch moralisch hochstehende Ziele keine Straftaten legitimieren. Und wir sprechen mit dem Protestforscher Simon Teune, der analysiert, wie die Blockaden die öffentliche Debatte über Klimaaktivismus grundlegend verändert haben.
Wie wurde aus einer Jurastudentin eine Vollzeitaktivistin? Was bedeutet es, wenn ziviler Ungehorsam als kriminelle Vereinigung verfolgt wird? Und was sagt dieser Konflikt über eine Generation, die sich von der Politik nicht ernst genommen fühlt?
„Meine verletzte Generation“ ist ein Film über Protest, Staatsmacht – und über den Versuch, der eigenen Überzeugung treu zu bleiben.

Unser Film läuft am Dienstag, den 17.02.2026 um 19.20 Uhr in der KULTURZEIT auf 3sat.