Zwischen Werkstor und Weltpolitik, zwischen Angst vor dem Jobverlust und Angst vor dem Krieg verschiebt sich gerade etwas in Deutschland. Dort, wo jahrzehntelang Autos, Züge oder zivile Technik gebaut wurden, entstehen plötzlich Panzerteile, Munition oder Radarsysteme. Die Rüstungsindustrie boomt – und mit ihr eine neue gesellschaftliche Debatte.
In Osnabrück kämpfen Friedensaktivisten gegen die mögliche Umwandlung eines VW-Werks in einen Rüstungsstandort. In Görlitz wurde aus einem traditionsreichen Eisenbahnwerk längst ein Panzerstandort. Politiker sprechen offen von Kriegstüchtigkeit, Rüstungskonzerne werben um Fachkräfte aus der Autoindustrie und Milliarden fließen in neue Waffenproduktion. Doch was macht diese Entwicklung mit einem Land, das sich nach 1945 lange als militärkritisch verstand?
„Bombenstimmung“ begleitet Arbeiter, Aktivisten, Politiker und Manager in einer Zeit, in der wirtschaftliche Existenzfragen und moralische Zweifel frontal aufeinanderprallen. Während Friedensbewegte vor einer Militarisierung der Gesellschaft warnen, verweisen Unternehmen und Politik auf Sicherheitsinteressen, Arbeitsplätze und die Bedrohungslage in Europa.
Unsere Reportage über die Rückkehr der Rüstungsindustrie in die Mitte der Gesellschaft und über die Frage, wie viel Krieg eine Demokratie aushält lief am 27.04.2026 um 19.20 Uhr auf 3sat in der KULTURZEIT.

