Eine neueste Studie enthüllt, dass eine große Zahl der Tweets zur Brexitentscheidung gar nicht von Menschen, sondern von Bots geschrieben wurden. Bots, das sind Computerprogramme, die vorgeben, Menschen zu sein. Allein von ihrem quantitativen Output sind Bots überlegen. Sie können das Netz regelrecht fluten, Diskussionen in die ein oder andere Richtung beeinflussen oder gänzlich unmöglich machen. Auch im amerikanischen Wahlkampf, so hat der Politologe Simon Hegelich herausgefunden, sind ganze Heerscharen von Bots aktiv. Bereits während des Ukraineumsturzes entdeckte Hegelich ein riesiges Botnetzwerk, das für den rechten Sektor Propaganda machte. Das Bundesforschungsministerium hat jetzt ein Projekt mit der Uni Münster aufgelegt, in dem erforscht werden soll, wie man künftig Bots identifizieren und isolieren kann. Auch Süddeutsche und Spiegel sind daran beteiligt, denn sie fragen sich schon lange, wer in den Diskussionsforen auf ihren Seiten überhaupt noch echt ist. Die Künstleraktivisten von PENG haben hingegen selbst Bots programmiert. Die ließen sie auf Sexisten im Netz los, die Frauen belästigten. Gute Bots seien OK, aber die von Staat und Parteien in keinem Fall, so sagen sie. Unser Film für die KULTURZEIT auf 3SAT läuft am 27. Juni 2016 um 19.20 Uhr auf 3SAT.
