Für die KULTURZEIT von 3SAT waren wir zu Ostern an der neuen Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Hier wird schnell klar, dass der Föderalismus nicht immer die richtigen Antworten auf die gegenwärtige (Corona)Krise hat. Polizisten winken ortsfremde Autos aus dem Verkehr. Passieren darf nur der, der hier Arbeit hat oder seine “Kernfamilie” besuchen will. Nur ist die Definition dieser “Kernfamilie” in jedem Bundesland anders. Hier aber gilt nur die von Mecklenburg-Vorpommern. Beinahe jedes Bundesland hat weitere eigene Regelungen. Während in Mecklenburg-Vorpommern die Baumärkte geschlossen sind, sind sie in Brandenburg offen. Dafür sind dort die Blumenläden zu und im Nachbarland nicht. Mecklenburger dürfen nach Brandenburg, Brandenburger aber nicht nach Mecklenburg. In manchen Gemeinden will man deshalb nun Bewohner nicht mehr in die nächstgelegene große Stadt lassen, weil die in einem anderen Bundesland liegt. Und die bekannte Schriftstellerin Monika Maron hat gar einen Ausweisungsbeschluss amtlich zugestellt bekommen, auf dass sie das (Bundes)land umgehend verlasse. Ansonsten fallen 2000,- Euro und weitere Strafen an. Sie wohnt seit beinahe vierzig Jahren über mehrere Monate an ihrem Zweitwohnort. Hier entstanden auch einige ihrer erfolgreichsten Romane. Nun fordert sie dazu auf, Widerstand zu leisten gegen willkürliche und unsinnige Einschränkungen von Freiheits- und Grundrechten. Und der Bürgermeister einer der betroffenen Gemeinden hofft auf bundesweit einheitliche Regelungen. Neben all dem werden wir von diesem Dreh vor allem die menschenleere Autobahn nicht mehr vergessen, auf der wir viele Kilometer das einzige Auto waren. Unser Film läuft am 14. April 2020 in der Kulturzeit von 3SAT.
