Wenn es nach der AFD geht, stehen wir kurz vor einer Kulturrevoltion. Die Partei sieht den bestehenden Kulturbetrieb durch linke Kräfte gelenkt und beherrscht. Von dieser angeblichen politischen Umklammerung will die Partei nun Künstler, Musiker und Schauspieler befreien und ihnen zugleich eine neue  nationale Aufgabe zuweisen. So erzählte man uns beim Dreh zu unserer 3SAT-Reportage. Ob im Wahlprogramm der AFD Sachsen-Anhalt oder in den Entwürfen zum Bundesprogramm, die AFD spricht von der originären Aufgabe der Kultur, den Deutschen ihre Identität nahe zu bringen. Von einer neuen deutschen Leitkultur ist die Rede, die die Ideologie des Multikulturalismus verdrängen müsse. Bühnen sollen deutsche Klassiker spielen und den Zuschauern auch durch die Art der Inszenierung ein positives Verhältnis zu Nation vermitteln. Wir sprechen mit Hans-Thomas Tillschneider, Islamwissenschaftler und AFD-Abgeordneter in Sachsen-Anhalt und mit Marc Jongen, den die Presse den “Parteiphilosophen” nennt. Er sieht die Kulturpolitik der AFD in einem Bezug zur Romantik und wünscht sich ein nationales Aktionsprogramm zur Kultur. Doch wie sehen das Theatermacher und Musiker? Wir waren nicht nur bei der AFD in Sachsen-Anhalt und in Baden-Württemberg, sondern auch an der Schaubühne in Berlin und sprachen in Norddeutschland mit dem Sänger der Punkband Slime und der Hamburger AFD-Fraktion. Das und mehr heute Abend in unserem Film zur Kulturpolitik der AFD. Am Freitag, den 29. April 2016 auf 3SAT um 19.20 Uhr in der Kulturzeit und bald schon in unserer Rubrik “Filme” online.